Die Steuerarten

In Deutschland gibt es eine ganze Reihe verschiedener Steuerarten. Gehört habt Ihr vielleicht schon von der Lohnsteuer. Dabei geben Eure Eltern einen Teil ihres Lohnes an den Staat ab. Oder von der Energiesteuer, die jedes Mal anfällt, wenn Eure Eltern das Auto betanken. Wer einen Hund hat, weiß, dass in Städten und Gemeinden Hundesteuer zu zahlen ist. Dass es auch eine Alkopopsteuer, eine Kaffeesteuer oder eine Biersteuer gibt, vermutet Ihr aber sicher nicht.

Das ist nicht weiter schlimm, denn der größte Teil der Staatseinnahmen kommt aus der Umsatzsteuer und der Lohnsteuer.

Hier hab ich Euch einmal aufgemalt, welche Steuern es in Deutschland gibt und welchen Anteil am Gesamtsteueraufkommen sie ungefähr haben.

Aufteilung der Steueranteile am Gesamtsteueraufkommen

Aufteilung der Steueranteile am Gesamtsteueraufkommen

Je größer die Kugeln, desto höher die Steuereinnahmen. Ihr seht, dass Umsatzsteuer und Lohnsteuer am größten sind. Deutlich über die Hälfte aller Steuereinnahmen kommt allein aus diesen beiden Steuerarten.

Schauen wir mal zurück auf das Jahr 2012. Da haben Bund, Länder und Gemeinden zusammen über 600 Milliarden Euro Steuern eingenommen.

Sorry, wenn ich Euch langweile, aber ich muss noch ein wenig bei den Steuereinnahmen bleiben. Obwohl 600 Milliarden Euro ein ansehnlicher Batzen Geld sind, gehört dieser Brandenburg nicht allein. Schade natürlich, aber …

… die Aufteilung der Steuern ist klar geregelt. Das hat auch mit den Aufgaben zu tun, für die Bund, Länder und Gemeinden verantwortlich sind. Manche Steuern gehören ausschließlich dem Bund, manche nur den Ländern und manche den Gemeinden. Darüber hinaus gibt es auch noch die Gemeinschaftssteuern, die nach einem festen Schlüssel auf Bund, Länder und Gemeinden verteilt werden. Dazu zählen vor allem die Lohnsteuer und Umsatzsteuer.

Das Grundgesetz bestimmt ganz genau, welche Steuern Bund und Länder erheben dürfen, wie die Einnahmen auf Bund, Länder und Gemeinden aufzuteilen und wie Unterschiede im Steueraufkommen zwischen „reicheren“ und „ärmeren“ Bundesländern auszugleichen sind. Von dieser Aufteilung profitiert auch Brandenburg.

Die Tabelle zeigt Euch die wichtigsten Steuereinnahmen für Bund, Länder und Gemeinden sowie die wichtigsten Aufgaben von Bund, Ländern und Gemeinden.

Die wichtigsten Steuereinnahmen Die wichtigsten Aufgaben
Bund aus Gemeinschaftssteuern:
Bundesanteil an Lohn- und Einkommenssteuer, Abgeltungssteuer, Körperschaftssteuer, Umsatzsteuer, Gewerbesteuerumlage
Bundessteuern:
Energiesteuer, Tabaksteuer, Branntweinsteuer, Alkopopsteuer, Kaffeesteuer, Versicherungssteuer,
Schaumweinsteuer, Solidaritätszuschlag, Stromsteuer, Kraftfahrzeugssteuer, Kernbrennstoffsteuer, Luftverkehrsteuer
Soziale Sicherung mit Schwerpunkt Renten- und Arbeitslosenversicherung, Verteidigung, auswärtige Angelegenheiten, Verkehrswesen, Geldwesen, Wirtschaftsförderung, Forschung (Großforschungseinrichtungen)
Länder aus Gemeinschaftssteuern:
Länderanteil an Lohn- und Einkommenssteuer, Abgeltungssteuer, Körperschaftssteuer, Umsatzsteuer, Gewerbesteuerumlage
Ländersteuern:
Erbschaftssteuer, Grunderwerbssteuer, Biersteuer, Rennwett- und Lotteriesteuer
Schulen, Universitäten, Polizei, Rechtspflege, Gesundheitswesen, Wohnungsbauförderung, Kultur, Steuerverwaltung
Gemeinden aus Gemeinschaftssteuern:
Gemeindeanteil an Lohn- und Einkommenssteuer und an der Umsatzsteuer
Gemeindesteuern:
Gewerbesteuer, kleinere eigene Steuern, wie Hundesteuer, Getränkesteuer, Grundsteuer, Vergnügungssteuer, Jagd- und Fischereisteuer
Wasser- und Energieversorgung, Müllabfuhr, Kanalisation, Sozialhilfe, Baugenehmigungen, Meldewesen, Kindergärten, Schulbau, Grünanlagen, öffentlicher Nahverkehr

Oje, Einnahmen und Ausgaben schwanken

Beim Taschengeld bekommt Ihr in der Regel Monat für Monat den gleichen Betrag. Ihr könnt also Eure Ausgaben recht gut planen.

Leider bin ich als Finanzminister nicht in dieser komfortablen Lage. Die Höhe der Steuereinnahmen ist nämlich nicht gleich, sondern schwankt von Jahr zu Jahr. Wie viel Steuern eingenommen werden, hängt von zahlreichen Faktoren ab, vor allem von der wirtschaftlichen Lage. Ist diese gut, sprudeln die Steuerquellen. Ist sie schlecht, sinken die Steuereinnahmen.

Im Jahr 2008 hatte zum Beispiel die weltweite Finanzkrise dazu geführt, dass mehr Menschen ihre Arbeit verloren haben. Wer aber keine Arbeit hat, bekommt auch keinen Lohn und zahlt damit auch keine Lohnsteuer. Dazu kommt, dass die Leute weniger einkaufen, wenn sie weniger Geld zur Verfügung haben. Damit sinkt auch die Umsatzsteuer. Und wenn Unternehmen weniger Aufträge bekommen, reduzieren sich auch die Unternehmensteuern.

Karrikatur: Görke am Laptop sitzend

2009 hatte Deutschland beispielsweise deutlich weniger Steuern eingenommen als in den Vorjahren. Und gleichzeitig musste der Staat – trotz geringerer Einnahmen – seine Ausgaben erhöhen, um Menschen ohne Arbeit mit Arbeitslosengeld und weiteren sozialen Leistungen zu unterstützen. Außerdem griff er den Banken und der Wirtschaft finanziell unter die Arme, um im Interesse von uns allen schlimmere Auswirkungen der Finanzkrise zu verhindern. Und es hat geklappt! Die Einnahmen sprudeln seit 2010 wieder. Nochmal Glück gehabt. Seit dem Jahr 2011 musste ich mir deshalb kein Geld mehr leihen.

Und woher weiß ich, wie viel Geld mir im nächsten Jahr zur Verfügung stehen wird, das ich für unsere Ausgaben einplanen kann?

Nun, auch dabei werde ich nicht im Regen stehen gelassen. Denn da gibt es einen „Arbeitskreis Steuerschätzung“. Das ist eine Gruppe von Finanz- und Steuerexperten des Bundes, der Länder und von Forschungsinstituten, die die Steuereinnahmen schätzen, mit denen Bund und Länder voraussichtlich rechnen können. Dafür treffen sie sich zweimal im Jahr, immer Anfang Mai und Anfang November.

Aufgrund dieser Schätzung kann ich dann mit Hilfe der brandenburgischen Experten und meiner Mitarbeiter auch recht gut die Einnahmen unseres Landes voraus berechnen.

Und deshalb muss ich nicht jammern. Denn trotz schwankender Einnahmen und Ausgaben kann ich die brandenburgischen Finanzen an die neuesten wirtschaftlichen Entwicklungen anpassen und jährlich einen Haushaltsplan für das folgende Jahr vorlegen.

bambino con ombrello (Foto: Giuseppe Porzani, fotolia.de)