Braucht Brandenburg überhaupt Geld?

Junge mit Hinweisschild (Foto: Werner Dreblow/fotolia.de)

Blöde Frage, meint Ihr? Dann stellt Euch doch einmal vor, was geschehen würde, wenn unser Land keine Einnahmen hätte und deshalb kein Geld ausgeben könnte.

Zum Beispiel könnten Eure Lehrer nicht mehr bezahlt werden, Schulen und Kindertagesstätten müssten geschlossen werden. Wichtige Bauvorhaben fielen ins Wasser. Unternehmen und Betriebe könnten nicht mehr gefördert, Arbeitsplätze nicht mehr finanziert werden.

Auch die Städte und Gemeinden erhielten keine Zuschüsse mehr, Feuerwehr- und Hochwassereinsätze müssten ausfallen, es gäbe keine Familienförderung mehr und auch keine Kinder- und Jugendförderung. Auch die Hochschulen würden kein Geld mehr erhalten. Und die Polizei könnte nicht mehr bezahlt werden. Und, und, und … ich könnte mit dieser Aufzählung noch Seiten füllen.

Freilich, die Leute würden sich zunächst freuen, weil sie keine Steuern und Abgaben mehr zahlen müssten. Und Ihr hättet vielleicht auch nichts dagegen, wenn die Schule ausfallen müsste.

Doch andererseits könnte Brandenburg keine jener Aufgaben mehr erfüllen, die ihm gerade seine Bürgerinnen und Bürger aufgegeben haben. Diese staatlichen Aufgaben lassen sich auch nicht vollständig an private Unternehmen übertragen. Ohne Geld könnten die Ziele, die unser Land mit seiner Ausgaben- und Einnahmenpolitik verfolgt, nicht mehr erreicht werden. Denn unsere Einnahmen und Ausgaben dienen auch der Unterstützung der weniger wohlhabenden Bürgerinnen und Bürger, zum Beispiel durch Geldleistungen wie Wohngeld, BAföG und Sozialhilfe.

Wo die Einnahmen herkommen.

profit-maximizing (Foto: Franz Pfluegl/fotolia.de)

Es wäre wunderbar, wenn es Geld regnen würde, dann müsste ich mir um die Einnahmen unseres Landeshaushaltes keine Gedanken machen, könnte ein fröhliches Liedchen trällern und so nebenbei den Geldkoffer füllen. Aber leider leben wir nicht im Schlaraffenland, wo einem die gebratenen Tauben einfach in den Mund fliegen.

Karrikatur: Görke, pfeifend

Die Steuern

Das Wort „Steuer“ habt Ihr in Eurer Familie oder Eurem Bekanntenkreis bestimmt schon gehört, und ich wette, nicht gerade freundlich. Denn Steuern sind Gelder, die der Staat von den Bürgerinnen und Bürger holt, um Einnahmen zu erzielen. Da ist es erstmal kein Wunder, dass niemand gerne Steuern zahlt. Aber Aufgaben wie zum Beispiel soziale Sicherung, Verkehr, Bildung können nur alle Bürger gemeinsam lösen, deshalb ist der Staat auf die Gelder der Bürger angewiesen, weil diese Aufgaben sonst nicht erfüllt werden können.

Es ist egal, ob Ihr im Internet eine CD bestellt, im Supermarkt Lebensmittel einkauft oder um die Ecke einen Döner esst. Wenn Ihr zahlt, bekommt der Staat immer einen Teil davon ab, das ist die Umsatzsteuer. Steuern sind die wichtigste Einnahmequelle des Staates.

Mädchen denkt nach (Foto: Ramona Heim, fotolia.de)