Hallo, Herr Finanzminister Görke,

Karrikatur: Paul und Anna (mit Megafon) rufen

… wo bleiben Sie denn? Haben Sie etwa vergessen, dass wir verabredet sind?

Karrikatur: Görke kommt schwitzend angelaufen

Hallo, Paul, hallo Anna! Natürlich hab ich Euch nicht vergessen, und es tut mir leid, dass ich mich verspätet habe. Aber ich war bei einer Beratung mit Bürgermeistern, und diese dauerte viel länger als geplant. Hier ging’s nämlich um Geld, und zwar um jenes für die Städte und Gemeinden. Und die Bürgermeister können sehr hartnäckig sein, wenn es um’s Geld geht, das könnt Ihr mir glauben. Es war ganz schön anstrengend, mir steht sozusagen jetzt noch der Schweiß auf der Stirn.

Klasse, dann passt das ja perfekt! Sie wollten heute mit uns doch sowieso über die Kommunalfinanzen reden.

So ist es, Anna. Und ich hoffe, dass das für Euch auch richtig interessant wird. Denn die Menschen leben ja nicht irgendwo, sondern in Städten und Dörfern – die Politik sagt Kommunen zu beiden. Schon seit Jahrhunderten.
Karrikatur: Anna springt vor Freunde in die Luft
Und überall dort, wo Menschen zusammenleben, braucht es Voraussetzungen, damit dieses Zusammenleben funktioniert: Wasser-, Abwasser- und Energieversorgung, Verkehr, Gesundheitsversorgung, soziale Dienste und Einrichtungen wie Altenheime, Kindergärten, Schulen sowie Bildungs- und Kulturangebote soweit erforderlich, auch Wohnraum. Das alles zusammen nennt man auch Daseinsvorsorge. Und für all das braucht es Geld, viel Geld!

Ohne Moos nix los, auch bei den Kommunen, hihi …

So unverblümt wie Du, Anna, kann man es natürlich auch ausdrücken. Aber hast Du denn gewusst, dass es in Brandenburg über vierhundert Kommunen gibt? 418, um genau zu sein? Und die brauchen alle Geld, um diese Daseinsvorsorge zu finanzieren.

Gilt das auch für Bronkow, wo ich wohne?

Was denkst Du denn, Paul. Das trifft selbstverständlich für alle Gemeinden des Landes Brandenburg zu.

Bronkow, was ist das denn! Also, ich wohne nicht in so einem kleinen unbedeutenden Ort, ich wohne in der Landeshauptstadt, in Potsdam!

Karrikatur: Görke mit Hand am Mund

Nun gib mal nicht so an, Anna. Der Paul wohnt eben in einer kleinen Gemeinde und Du in einer richtigen Stadt. Na und? Jeder Ort hat seine ganz besonderen Vorzüge.
Wichtig ist doch vor allem, dass das Zusammenleben der Menschen überall gut funktionieren muss. In Bronkow wie in Potsdam. Ganz egal, ob in Dörfern oder Städten.

Okay, Herr Minister, hab‘ ja verstanden.

Was ich Euch gern noch sagen will, Anna und Paul: „Kommune“ heißt nämlich auch soviel wie „Gemeinschaft“. Und das finde ich einen sehr schönen Gedanken für unser Thema – gerade, weil es um das Geld für die Kommunen geht.

Na, dann lasst uns gemeinsam endlich mit dem Thema beginnen! Ich habe da gleich mal eine Frage. Seit wann gibt es überhaupt Kommunen?

reading a book (Bild: Hallgerd, fotolia.de)