Dann gehen wir doch endlich in die „große“ Welt!

Ich fasse trotzdem zusammen, Anna, da musst Du durch. Halten wir fest: Unter einer Investition versteht man den Einsatz finanzieller Mittel zum Erreichen bestimmter Ziele. Dabei sollten die auf der vorigen Seite festgehaltenen drei Punkte für alle Investitionen unbedingt beachtet werden. Die Arten einer Investition können unterschiedlich sein, lassen sich aber grob in drei Gruppen einteilen:

  • 1. Investitionen in Sachvermögen
  • 2. immaterielle Investitionen
  • 3. Finanzinvestitionen

Goerke_Zeigestock-linksErklären Sie bitte nochmal, was das ist: Sachinvestition, immaterielle Investition, Finanzinvestition?

Zum Sachvermögen zählen Gebäude, Grundstücke, Maschinen, Werkzeuge und so weiter. Unter immateriellem Vermögen versteht man käuflich erworbenes Wissen, wie Software und Patente. Finanzinvestitionen sind Investitionen unter anderem in Wertpapiere, Aktien und Beteiligungen an Unternehmen.

Arten von Investition
= Einsatz finanzieller Mittel für …
Sachgegenstände immaterielle Werte Finanzvermögen

Okey-dokey, was Investitionen sind, das hab’ ich geschnallt. Sie haben es ja auch mehr als ausführlich erläutert, was schon etwas anstrengend war. Trotzdem hab’ ich noch Fragen, mindestens zwei.

Na, dann los!

Naja, woher kommt denn das Geld für die Investitionen? Wenn es um Millionen geht, gibt es doch bestimmt keine Oma, die den Kies einfach mal so rüberschiebt.

Da hast Du vollkommen recht, Anna. Ohne die erforderlichen Finanzmittel kann man nicht investieren.

emma-bankGoerke_geldregenOhne Moos nichts los, haha!

Deshalb muss man sich für eine Investitionsmaßnahme das notwendige Geld beschaffen. Sehr häufig borgt man sich die finanziellen Mittel von einer Bank. Manchmal hat man auch selbst ausreichend Geldmittel für eine Investition und kann diese bar bezahlen, aber das ist selten. Aber auch die Europäische Union, der Bund und das Land geben bei wichtigen Investitionen finanzielle Zuschüsse, fast wie Deine Oma, haha.

Borgen heißt doch aber Schulden machen?

Das stimmt, aber Schulden sind ja nicht von vornherein schlecht, sondern nur dann, wenn man sie nicht zurückzahlen kann. Wer eine Investition tätigt, überlegt sich immer, ob diese die Finanzierungskosten deckt, die durch das Borgen verursachten wurden. Oder ob sogar ein Geldgewinn dabei heraus springt.

Aber wie ist das bei Investitionen, wo man den Nutzen nicht in Geld messen kann?

Bei solchen Investitionen kann man nicht direkt in Heller und Pfennig nachweisen, ob die Finanzierungskosten gedeckt werden oder sogar ein Geldgewinn gegenüber den Finanzierungskosten erzielt wird. Denn Investitionen, wie zum Beispiel in Bildung, Forschung, Kultur und Umwelt brauchen mehrere Jahre bis sie in der Gesellschaft Wirkungen zeigen, die man messen kann. Aber man geht zurecht davon aus, dass langfristig nicht nur der Einzelne, sondern die ganze Gesellschaft von derartigen Investitionen, die nicht auf sofortigen Geldgewinn abzielen, profitiert.

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Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung. Keine Bildung.
John F. Kennedy

Ungefähr so, wie wenn ich durch meinen Player Freude am Musik hören habe, dadurch in besserer Laune zur Schule gehe und deshalb bessere Zensuren bekomme?

Klingt zwar konstruiert, aber ja, ungefähr so.

Aber, Herr Minister, nun muss ich noch wissen, wer darf denn überhaupt investieren?

„Dürfen“ ist nicht das richtige Wort, „müssen“ trifft es besser. Denn, um seine Vermögensgegenstände zu erhalten und auszubauen, kommt man um’s Investieren nicht herum. Ansonsten kann (und muss) im Grunde jeder investieren. Aber im praktischen Leben ist zum einen die öffentliche Hand ein sehr wichtiger Investor: also der Bund, die Länder, die Kommunen, auch die Unternehmen in öffentlicher Hand oder mit öffentlicher Beteiligung. Zum anderen leistet die private Wirtschaft einen unverzichtbaren Investitionsbeitrag.

Anna_auf-Rollschuh_linksUnd in welchen Bereichen wird investiert?

Das kannst Du selbst herausfinden, besonders, wenn Du an das „Muss“ der Investitionen denkst!

Immer mit der Ruhe, Herr Minister. Mach ich. Ich schätze mal, dass überall investiert werden muss. Also in der Industrie, im Bauwesen, in der Landwirtschaft, in der Umwelt, in den Theatern, in der Jugendarbeit, in den Kitas, in den Schulen und Unis, im Straßenbau, bei den Straßenbahnen und Bussen, bei der Eisenbahn, in den Bibliotheken, in der Braunkohle, in den Krankenhäusern, bei der Skaterbahn und den Sporthallen … Uff, ich kann nicht mehr!

Es reicht ja auch, Anna. Du hast doch ganz richtig aufgezählt, wo überall Investitionen notwendig sind und gebraucht werden. Und da schauen wir uns gleich mal genau an, wie das im Land Brandenburg mit den Investitionen so aussieht.