Ökologische Investitionen

Anna-Haare-im-windAlso, da hab’ ich schon von irgendwelchen Umwelt-Großprojekten gehört. Haben die etwas mit ökologischen Investitionen zu tun?

Die ökologischen Großprojekte sind sehr bedeutsame Investitionen. Nach Aussage des Umweltbundesamtes gibt es insgesamt 21 solcher Vorhaben, davon vier in Brandenburg. Auf die Projekte hatten sich Bund und Länder schon vor mehr als 20 Jahren verständigt. Finanziert werden Maßnahmen zur Sanierung von Boden- und Grundwasserverunreinigungen, um die von ihnen ausgehenden Gefahren für die Gesundheit, den Boden und das Grundwasser zu verringern, aber auch, um Unternehmen auf industriellen Altstandorten von der Kostenlast für die Sanierung zu befreien. Es ist viel Geld in diese Großprojekte geflossen, wobei sich Bund und ostdeutsche Länder finanziell gemeinsam engagiert haben. Bei den hiesigen Großprojekten trägt der Bund drei Viertel der Ausgaben.

Gehört vielleicht Schwedt auch zu den Großprojekten?

Die PCK Raffinerie Schwedt zählt dazu. Die Abkürzung PCK stand übrigens bis 1991 für Petrolchemisches Kombinat, seither für Petrolchemie und Kraftstoffe. Heute ist sie ein Eigenname.

2009-171Und was wird dort nun wozu investiert?

Fast 50 Jahre lang wurden dort Mineralöl- und Petrolchemieprodukte sowie Düngemittel hergestellt. Die Rückstände dieser Produktion wurden auf dem Betriebsgelände und im Umland abgelagert. Hohe lokale Bodenverseuchung und großflächige Verunreinigungen des Grundwassers waren die Folge. Die Investitionsmaßnahmen dienen der Beseitigung dieser schlimmen Altlasten und der davon ausgehenden Gefahren.

Goerke_mitZettelDarüber hinaus sind in den vergangenen Jahren in der PCK über 400 Millionen Euro für den Umweltschutz investiert worden, unter anderem in neue Entschwefelungsanlagen und Abgasreinigungen, in neue Öfen zur Senkung der Emissionen, für den Einsatz von schwefelarmen Gas als Brennstoff sowie für den Bau eines neuen Kraftwerkes mit einer dreistufigen Abgasreinigung: Entstickung, Entstaubung, Entschwefelung.

Ist ja echt ’ne Menge Knete. Kann ich nicht meckern. Und welches Großprojekt gibt’s noch?

Die Region Oranienburg zum Beispiel.

HutUnd warum muss dort investiert werden?

In dieser ehemaligen Industrieregion lagen Hüttenwerke, Rüstungsindustrie, Maschinen- und Anlagenbau, Chemie- und Baubetriebe, Holzverarbeitung, Pharma- und Lebensmittelbetriebe mit der Folge von Schadstoffen in Boden und Grundwasser einerseits als auch lokal begrenzten Verunreinigen andererseits. Diese Gefährdungen zu beseitigen, dafür sind die Investitionen da.

Dann ist da als drittes Großprojekt das BASF Schwarzheide. Das war zuerst ein Unternehmen zur Herstellung von Mineralölprodukten aus Braunkohle, später zur Verarbeitung von Erdöl und Herstellung von Unkrautbekämpfungsmitteln. Auch hier ist eine hohe Boden- und Grundwasserbelastung durch Schadstoffe zu verzeichnen und eine ebenfalls hohe Gefährdung durch die werkseigene Deponie am Kabelbaggerteich. Dagegen muss etwas getan werden, deshalb investieren wir in Maßnahmen zur Schadstoffbeseitigung.

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Und jetzt das letzte ökologische Großprojekt.

Das ist die Stadt Brandenburg. Vor über 100 Jahren begann dort die gewerblich-industrielle Nutzung mit der Ansiedlung
von Metallurgie- und metallverarbeitender Industrie, Rüstungsbetrieben, Energie- und Gasversorgung, Bau- und Transportbetrieben, Chemie- und Leichtindustrie. In der DDR wurde die Stadt zu einem bedeutenden Standort metallurgischer Großbetriebe. Vor allem im Bereich industrieller Schwerpunkte wurden zumeist lokal begrenzte Boden- und Grundwasserverunreinigung festgestellt.

Aber es gibt ja nicht nur Großprojekte. Allein 2013 wurden an insgesamt 105 Standorten Maßnahmen zur Erkundung und Sanierung von Boden- und Grundwasserkontaminationen in Höhe von rund 16 Millionen Euro finanziert.

Hat da auch der Bund was dazu gegeben?

Fotolia_9144497_Subscription_1_gedrehtJa. Der Bund hat 2013 mehr als 9 Millionen Euro gezahlt, das Land „nur“ rund 6,8 Millionen. Neben den Investitionen in die vier ökologischen Großprojekte wurde aber auch an mehreren Einzelstandorten stark investiert. Zu solchen bedeutsamen Sanierungsprojekten gehörten unter anderem:

  • TAKEDA GmbH (ehemalige Oranienburger Pharmawerke)
  • Industriegebiet Teerwerk Erkner
  • ArcelorMittal Eisenhüttenstadt (ehemals EKO Stahl)
  • ehemaliger Potsdamer Chemiehandel Cottbus
  • ehemalige chemische Reinigung Blankenfelde
  • IIC (ehemalige Gasgeneratorenanlage Walzwerk Finow)
  • Glaswerk Großräschen
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Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.
Albert Einstein

Verehrter Herr Minister, jetzt bin ich aber schon ganz schön geschafft. Sie sollten langsam zum Schluss kommen!

Karrikatur: Anna wundert sich

Es ist mir durchaus klar, dass ich Dich ganz schön fordere mit den langen Ausführungen, mit den Zahlen, mit den Begriffen. Und so richtig spannend habe ich es heute auch nicht immer hinbekommen. Aber ich kann ja nicht einfach einige  Investitionsbereiche weglassen, bloß, weil Du jetzt müde wirst.

Na, so müde bin ich nun auch wieder nicht. Ich halte schon noch etwas durch. Womit machen Sie denn weiter?

Ich möchte gern noch einige Investitionen bei der Förderung der regionalen gewerblichen Wirtschaft, auch im Hinblick auf die notwendige Infrastruktur beleuchten. Und nochmal kurz einige Investitionen in die Stadtentwicklung dann … ja, dann bin ich im Grunde fertig.